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Werte Herren,
werte Herren,
die Politik, grade auch die großen politischen Themen, sind seit alters her eines der Steckenpferde der dilettantischen Bewegung. Es soll daher nicht wundern, das auch diverse führende Spitzenpolitiker und Wirtschaftskapitäne der Gegenwart schon auf langjährige Mitgliedschaft in unserem Bunde blicken können - auch wenn dies nicht immer öffentlich zur Schau gestellt wird.
Ein politisches Thema das die Gemüter bewegt, ist der so bezeichnete Niedergang des deutschen Bergbaus. Grund genug, der Sache dilettantisch korrekt auf den Grund zu gehen!
Bei unserem Besuch auf der „Weissen Geiß Alm“, einem typischen Bergbauern Gebiet im Herzen Süddeutschlands, wird sofort klar, das dieser Berufsstand es nicht schlecht getroffen hat. Herrliche, blühende Sommerwiesen und murmelnde Gebirgsbäche sind das Szenario, in dem der Bergbauer, der so genannte „Kumpel“, seinem Tagewerk nachgeht.
Es ist auch deutlich als Vorurteil zu bezeichnen, wenn der typische Bergmann als schmutzig, als mit Kohlestaub verschmutzt, gedacht wird. Prächtige bunte Tracht, Lederhose und Gamsbart zieren das tadellose äußere des Herrn Sepp, den wir zur Lage der deutschen Kohle befragen.
„Ah Kohle is scho recht!“ sagt Herr Sepp „Weil ma d’r größte Hof am Geißenberg ham!“ und stellt ohne Scheu seinen Wohlstand zur Schau.
Wie es denn mit diesem dubiosen Zechensterben aussieht, will der dilettantische Reporter wissen.
„Mei…“ sagt Herr Sepp, „..drunten im Tal, in der ‚Oalten Postmeisterei’ hat sich noch koaner nicht an d’ r Zeche totgsuffa“ und lacht herzhaft. „Nur oana und des woa a Saupreiss der den Enzian nit vertragen hat kinne!“
„Aha! Also ein Franzose!“ wie der Dilettant vom Fach sofort erkennt und bestätigend nickt..
„Burschi, du bist doch a bschugter Batzi!“ ruft der Herr Sepp und lacht, was der Autor freudig zur Kenntnis nimmt.
„Jawoll mein Herr, das wünsche ich Ihnen auch“ entgegnet der geschmeichelte und beendet das Interview an dieser Stelle.
Wir sehen also: dem deutschen Bergbau geht es ganz hervorragend – anders lautende Meldungen sind nichts als Panikmache und basierende auf schierer Unwissenheit. Seien Sie schon jetzt gespannt auf die nächste dilettantische Reportage, die uns in ein echtes wirtschaftliches Krisengebiet führen wird. Der Beitrag wird uns den Niedergang des Ruhrgebiets ("der Pott") und das Aussterben der dortigen Almbauern vor Augen führen, deren Zahl kaum noch zu benennen ist.
Werte Herrschaften, ich Ende meinen Bericht über die dänische Binnenschiffahrt mit herzlichem Gruß.
Ihr Hyronimus Halbherz,
Präsident des Deutschen Dilettantenbundes
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